Pardubice

Pardubice ist eine ostböhmische Stadt, die etwa 100 km von der tschechischen Hauptstadt Prag liegt. Der Ort ist mit seinen ca 90 000 Einwohnern der Verwaltungssitz der Region Pardubice.

Pardubice liegt an der Einmündung des Flusses Chrudimka in die Elbe, in einem Gebiet, das zu großen Teilen aus Tiefland besteht. Eine Ausnahme bildet der Berg "Kunětická hora".

Interessantes

Pradubice ist nicht nur die Stadt des Sports, der Pferde und des Lebkuchens, sondern auch die Stadt des Verkehrs. Hier führt die historisch erste Einsenbahn von Olomouc nach Prag.

Bildung

Die Universität Pardubice hat sieben Fakultäten und ein Hochschulinstitut - das Zentrum für Materialforschung. An der Universität studieren ca 11 000 Studenten in 66 Studienprogrammen mit fast 130 Fächern.

Wirtschaft

Heutzutage ist Pardubice ein Industriezentrum mit einer Vielzahl von internationalen Firmen, die dort ansässig sind.

Zu nennen wären da Synthesie Pardubice, die heute zu den führenden tschechischen Gesellschaften in der Produktion von Zellulose, Pigmenten und Farbstoffen sowie von organischen Verbindungen gehört.

Weiterhin erwähnenswert sind Explosia Semtin, die Herstellerfirma des Sprengstoffs Semtex; die elektrotechnische Firma Foxconn, der Automobilzulieferer Kiekert und Panasonic, eine Produktionsstätte der Andrew Corporation.

Interessantes zur Steeplechase

Bezeichnungen für den Taxis-Graben lauten u.a. das Blutbad, der Pferdeschlachthof oder das Todeshindernis.

1909 gab es keinen Gewinner, denn von den drei gestarteten Pferden gelangte keines in Ziel.

Als letzter Deutscher gewann Dirk Fuhrmann 2004 den Titel mit Maskul.

Czech Open

Das Czech Open ist das bekannteste Schachturnier in einer Reihe von Festivals, die jährlich von Mai bis Februar in der Tschechischen Republik stattfinden. Außer Schach wird hier auch Scrabble, Bridge, Poker und Mariáš gespielt. Weiterhin kann man sehen, wer einen Zauberwürfel am schnellsten blind lösen kann.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Geschichte

1295, als an der Stelle des heutigen Stadtzentrums eine kleine Siedlung um ein Kloster stand,  wurde Pardubice das erste Mal erwähnt.

Zwischen 1332 und 1340 gründete der damalige Grundherr Ernst von Hostýně eine Stadt, nach der sich seine Familie später von Pardubitz nannte. Zu ihr gehörte u. a. Ernst von Pardubitz (1297–1364), der erste Erzbischof von Prag.

Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts wechselten die Eigentümer der Stadt mehrfach, ab 1490 befand sie sich im Besitz der Familie von Pernštejn. Unter der Herrschaft der Dynstie Pernštejn erlebte Pardubice seine Blütezeiten, u.a ließen sie das große Schloss errichten.

1560 musste Jaroslav von Pernstein Stadt und Schloss an Kaiser Ferdinand I. verkaufen, von da an war Pardubitz eine königliche Stadt.

Kultur

Prägend für Pardubice ist seine Renaissancearchitektur. Von der denkmalgeschützten Altstadt mit einer Reihe von Renaissancehäusern bis hin zum Schloss Pardubice.

Schloss Pardubice
Ursprünglich eine Festung aus dem 13. Jahrhundert, wurde es von den Persteinern zu einem gotischen Renaissanceschloss umgebaut. Heute befindet sich im Inneren das Ostböhmische Museum.

Pernštýner Platz
Die Häuser auf dem Platz und in den nahe liegenden Straßen tragen die ältesten Spuren des frühgotischen Aufbaues. Im Zentrum steht Pardubicer Neorenaissancerathaus.

Grünes Tor (Zelená brána)
Es ist die Dominante von Pardubice mit den Überresten der Stadtbefestigung. Das Objekt bildet ein Renaissanceeingangstor, auf dessen Front das Relief von Mikoláš Aleš zu sehen ist. Es stellt die Wappensage der Herren von Pardubice dar. Der Turm hat eine Höhe von 60 Metern und bietet eine wunderschöne Aussicht auf das Schloss und die Umgebung.

Velká Pardubická Steeplechase

Steeplechase von Pardubice (Velká Pardubická)

Die Steeplechase von Pardubice (Velká Pardubická) gilt als das schwierigste Pferderennen in Europa. Es findet jeden 2. Sonntag im Oktober seit dem 5.10.1874 auf der 6900 m langen Pferderennbahn statt.

Der Parcours ist berüchtigt für die Größe der Hindernisse, nur ein geringer Teil der startenden Pferde erreicht überhaupt das Ziel. In den 114 Rennen mit 31 Hindernissen bis zum Jahre 2005 starben bisher über 50 Pferde oder mussten eingeschläfert werden.

Als mörderisch gilt der Taxis-Graben, ein Wassergraben von ursprünglich 5,10 m Breite, der sich hinter einer Hecke von jeweils 1,40 m Höhe und Breite befand. Im Jahre 1927 starb am Taxis-Graben das erste Pferd nach einem Sturz durch Genickbruch. Inzwischen wurde der Taxis-Graben teilweise verfüllt.

1874 gingen 14 Pferde an den Start, von denen sechs das Ziel erreichten. Erster Champion des Rennens war der Engländer Sayers auf Fantôme. 1937 gewann Gräfin Lata Brandisová auf der Kinsky-Stute Norma als erste und bisher einzige Frau das Rennen

Der berühmteste Jockey ist Josef Váňa, der dieses Rennen schon acht Mal (1987-1989, 1991, 1997, 2009-2011) gewann. Viermal gewann er mit dem erfolgreichsten Pferd: dem Fuchs Želeník.

122. Velká Pardubická Steeplechase (2012)